{"id":30,"date":"2020-12-24T17:11:55","date_gmt":"2020-12-24T17:11:55","guid":{"rendered":"https:\/\/xn--hxechuchi-v2a.ch\/?p=30"},"modified":"2021-02-22T20:57:13","modified_gmt":"2021-02-22T20:57:13","slug":"bienenhonig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xn--hxechuchi-v2a.ch\/?p=30","title":{"rendered":"Bienenhonig"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"399\" src=\"https:\/\/xn--hxechuchi-v2a.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/b0ce4345-f211-4be0-991d-32b98508d8e7-3976-0000032d185eb6d9_file-scaled-e1605439359918-1024x399.jpg\" alt=\"Honigetikette Deitinger Bienenhonig\" class=\"wp-image-22\" srcset=\"https:\/\/xn--hxechuchi-v2a.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/b0ce4345-f211-4be0-991d-32b98508d8e7-3976-0000032d185eb6d9_file-scaled-e1605439359918-1024x399.jpg 1024w, https:\/\/xn--hxechuchi-v2a.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/b0ce4345-f211-4be0-991d-32b98508d8e7-3976-0000032d185eb6d9_file-scaled-e1605439359918-600x234.jpg 600w, https:\/\/xn--hxechuchi-v2a.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/b0ce4345-f211-4be0-991d-32b98508d8e7-3976-0000032d185eb6d9_file-scaled-e1605439359918-300x117.jpg 300w, https:\/\/xn--hxechuchi-v2a.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/b0ce4345-f211-4be0-991d-32b98508d8e7-3976-0000032d185eb6d9_file-scaled-e1605439359918-768x299.jpg 768w, https:\/\/xn--hxechuchi-v2a.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/b0ce4345-f211-4be0-991d-32b98508d8e7-3976-0000032d185eb6d9_file-scaled-e1605439359918-1536x599.jpg 1536w, https:\/\/xn--hxechuchi-v2a.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/b0ce4345-f211-4be0-991d-32b98508d8e7-3976-0000032d185eb6d9_file-scaled-e1605439359918-2048x798.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\">Die Bienen produzieren Honig aus Bl\u00fctennektar oder Honigtau. Der Nektar entsteht in den Nektarien der Pflanze. (Wikipedia: Ein Nektarium, auch Honigdr\u00fcse oder Nektardr\u00fcse genannt, ist eine Saftdr\u00fcse bei Bl\u00fctenpflanzen, die einen zuckerhaltigen Saft abscheidet, den Nektar). Der Honigtau wird von Blattl\u00e4usen produziert. Es handelt sich aber nicht um den Kot der Blattlaus, wie oft behauptet wird. Die Laus sticht einen einj\u00e4hrigen Tannenzweig an und saugt den Saft raus. Dann filtert sie die Mineralien und Zucker raus und spuckt den Rest aus. Diese Tr\u00f6pfchen nennt man Honigtau, er ist bei den Bienen sehr begehrt. Auch Platanen, Linden und Ahorn haben oftmals Blattl\u00e4use, die Honigtau liefern \u2013 dieser ergibt einen eher hellen Honig. Nicht alle Blattl\u00e4use produzieren Honigtau. Wenn zum Beispiel an Sonnenblumen, Hartriegel oder Kapuzinerkresse L\u00e4use sitzen, haben die Bienen nichts davon. Der \u00abHonig\u00bb direkt aus der Blume oder von der Blattlaus ist noch nicht so wertvoll. In diesem Stadium besteht er in erster Linie aus Zucker. Seinen Wert erh\u00e4lt der Honig erst durch die Sekrete, die die Biene im Lauf der Zeit zuspeichelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Biene sammelt also den Nektar oder den Honigtau und bringt ihn zum Stock. In einer Region von 10 bis 20\u2002cm ums Flugloch gibt sie den Saft an eine andere Biene (eine Stockbiene) ab \u2013 er wird quasi umgepumpt. Die Stockbiene lagert ihn irgendwo ein, wo es gerade Platz hat. In der Nacht holen die Bienen den Honig wieder aus seinem Lager und legen ihn aus, damit er trocknen kann (aktive Trocknung). Es ist durchaus m\u00f6glich, dass von zwei Kilo Nektar, der an einem Tag gesammelt wurde, am n\u00e4chsten Morgen nur noch 1,2 Kilo \u00fcbrig sind. Der Rest ist Wasser, das \u00fcber Nacht verdampft ist. <br>Jedesmal, wenn eine Biene den Honig aufnimmt, wird dieser mit Sekreten und Enzymen angereichert. Wenn der Honig trocken genug ist und der Vorrat den t\u00e4glichen Bedarf \u00fcbersteigt, wird er gedeckelt. Im Idealfall hat der Honig dann rund 16 Prozent Wasser. Manchmal wird er allerdings auch zu fr\u00fch gedeckelt, vor allem dann, wenn es viel Honig aufs Mal gibt. So lange er im Stock ist, wird er nicht schimmeln oder g\u00e4ren. Honig, der zu fr\u00fch geschleudert wird, enth\u00e4lt noch zu viel Wasser. Dann ist er nicht haltbar \u2013 er beginnt zu g\u00e4ren und wird sauer. Diesen Honig kann man nicht einmal mehr zum F\u00fcttern der Bienen gebrauchen; auch die Bienen m\u00f6gen keinen sauren Honig. Im K\u00fchlschrank h\u00e4lt sich zu nasser Honig aber immerhin ein paar Monate.  Wenn man wissen will, ob der Honig in einer Wabe reif ist zum Schleudern, kann man die Spritzprobe machen. Man nimmt die Wabe mit beiden H\u00e4nden und schwingt sie gegen den Boden. Wenn Tropfen herausspritzen, ist der Honig noch nicht reif. Wenn er jetzt geschleudert w\u00fcrde, dann w\u00fcrde der Honig bei Raumtemperatur innert zwei bis drei Wochen zu g\u00e4ren beginnen. Honig hat die Eigenschaft, Wasser anzuziehen. So lange die Wabe mit dem Honig nicht verdeckelt ist, nimmt der Honig jede Nacht wieder Wasser auf. Damit der Honig haltbar ist, sollte er unter 18 Prozent Wasser enthalten. Laut Gesetz darf Honig maximal 20\u2002Prozent Wasser enthalten; bei Siegelhonig liegt die Grenze bei 18,5 Prozent. Wenn der Honig noch zu nass ist, kann man ein Entfeuchtungsger\u00e4t einsetzen, um ihn zu trocknen: Die Waben zusammen mit dem Entfeuchter in einen Raum stellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit einem Refraktometer (Kosten: rund 200 Franken) kann man die Feuchtigkeit des Honigs genauer bestimmen. Wenn der Honig \u00abschwingend\u00bb aus der Schleuder fliesst (nicht wie Sirup), dann ist er gut. Idealerweise schleudert man Honig bei einer Umgebungstemperatur von 25 bis 30 Grad. Dann fliesst er besser, als wenn es k\u00fchler ist. Die ideale Lagertemperatur f\u00fcr Honig liegt bei rund 15 Grad. Geschleuderte Honigwaben kann man den Bienen nach dem Schleudern nochmals in den Stock h\u00e4ngen, damit sie sie ausschlecken k\u00f6nnen. Honigresten, die in der Wabe zur\u00fcckbleiben, k\u00f6nnen \u00fcber den Winter zu g\u00e4ren beginnen, wenn die Waben an der W\u00e4rme gelagert werden. Im K\u00fchlschrank passiert das kaum. Man kann die Honigr\u00e4hmchen auch im Backofen schmelzen (bei 80 Grad). Dann hat man im Gef\u00e4ss oben Wachs, unten Honig. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Honig enth\u00e4lt eine Reihe Anti\u00adoxidantien. Diese k\u00f6nnen freie Radikale neutralisieren.  Freie Radikale sind Molek\u00fcle, Ionen oder Atome mit einem ungepaarten Elektron. Sie sind hochgradig reaktiv und versetzen biologisches Gewebe in oxidativen Stress. Sie k\u00f6nnen eine Kettenreaktion ausl\u00f6sen, die Molek\u00fcle, Zellen und Gewebe sch\u00e4digen oder zerst\u00f6rt. Sie k\u00f6nnen degenerative Krankheiten oder Krebs ausl\u00f6sen. Antioxidantien reagieren mit freien Radikalen und setzen damit ihre Reaktivit\u00e4t herab. Hydroxymethylfurfural (HMF) ist ein Abbauprodukt von verschiedenen Zuckerarten (vor allem Fruktose). Es bildet sich w\u00e4hrend der Lagerung von Honig. Frischer Honig enth\u00e4lt kaum HMF, und je \u00e4lter er wird, desto mehr steigt der Gehalt \u2013 vor allem, wenn er zu warm aufbewahrt wurde. Wird er bei 10 bis 15\u00b0C gelagert, bilden sich pro Jahr 3\u2002bis 5\u2002mg HMF pro kg Honig. Bei warmer Lagerung und bei zu starkem Erw\u00e4rmen (zum Abf\u00fcllen kristallisierten Honigs) steigt der HMF-Gehalt rascher an. Honige, die unsachgem\u00e4ss behandelt wurden, k\u00f6nnen HMF-Gehalte von bis 100 mg\/kg oder mehr enthalten. Auch der S\u00e4uregehalt des Honigs spielt eine Rolle: Je mehr S\u00e4ure, desto mehr HMF. Alten, zu warm gelagerten Honig sollte man nicht mehr an Bienen verf\u00fcttern. Durch das HMF k\u00f6nnen sie vergiftet werden und sterben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zementhonig: Dieser Honig hat viel Melizitose (eine Zuckerart; sie wird vor allem von einer speziellen L\u00e4useart und vor allem an der Rottanne produziert). Melizitose kristallisiert schon in der Wabe und wird, wie es der Name ant\u00f6nt, \u00abhart wie Zement\u00bb. Beim Schleudern kommt er nicht aus der Wabe. Wenn wir Waben mit Melezitosehonig haben, bewahren wir sie am besten bis im n\u00e4chsten Jahr auf. Dann k\u00f6nnen wir sie den Bienen verf\u00fcttern: Die Rahmen erst in Wasser tauchen, und sie dann tropfnass \u00fcber das Brutnest in den Honigaufsatz h\u00e4ngen (oder bei Halbzargen-Magazinen ganz normal zum Volk h\u00e4ngen). Als Winterfutter ist der Honig ungeeignet, weil die Bienen viel Wasser brauchen, um ihn aufzul\u00f6sen. Auch wenn ein Honig \u00abscheidet\u00bb, oben d\u00fcnn und unten dick wird, h\u00e4ngt dies mit den Zuckerarten zusammen. Honig kann bis zu 24 verschiedene Zucker\u00adarten beinhalten. Waldhonig (Tannenhonig) tut den Bienen nicht so gut; er enth\u00e4lt viele Schlackenstoffe (diese machen die dunkle Farbe aus). Diese Stoffe f\u00fcllen die Kotblase der Bienen, und sie bekommen Durchfall (Ruhr). Das Problem ist: Wenn mal eine Biene im Stock zu koten beginnt, beginnen auch die anderen. Deshalb ist Zuckerwasser eigentlich ges\u00fcnder f\u00fcr die Bienen als Waldhonig. Waldhonig sollte man also schleudern (auch wenns verdeckelte Brut in den Waben hat), und die leeren Waben wieder ins Volk h\u00e4ngen. In unserer Region gibt es allerdings eher selten Waldhonig, weil wir zu wenig Tannen haben. <br>Honig wird sehr oft gef\u00e4lscht \u2013 weltweit wird nur Oliven\u00f6l noch \u00f6fter gef\u00e4lscht. Dabei wird vor allem chinesischer Honig als europ\u00e4isch verkauft. \u00dcber ein Viertel der weltweiten Honigproduktion kommt aus China, aber kaum ein Honig wird als chinesisch deklariert. F\u00e4lscher filtern aus dem chinesischen Honig die Pollen heraus, so dass man dessen Herkunft nicht mehr feststellen kann. Dann wird ein kleiner Teil europ\u00e4ischer Honig zugesetzt \u2013 z.B. griechischer \u2013 und das Gemisch wird dann als griechischer Honig verkauft. Neuerdings kann man scheints auch ohne Bienen Honig produzieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Copyright by Monika Frischknecht<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bienen produzieren Honig aus Bl\u00fctennektar oder Honigtau. Der Nektar entsteht in den Nektarien der Pflanze. 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